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Pferde der ungarischen Puszta

Die legendären Reiter der Puszta

Die ungarischen Csikós sind die traditionellen Pferdehirten der weiten ungarischen Graslandschaft, der Puszta. Oft werden sie mit Cowboys verglichen. Ihre Reitkunst entstand jedoch nicht für Wettkämpfe oder Vorführungen, sondern um in kriegerischen Zeiten zu überleben.

Ihre pferdefreundlichen Trainingsmethoden und das ruhige Nonius-Pferd sorgen für eine außergewöhnliche Verbindung zwischen Reiter und Pferd. Statt eines klassischen Sattels verwenden sie lediglich eine Decke mit Steigbügeln, ein lockeres Zaumzeug und vor allem gegenseitiges Vertrauen.

Ausbildung mit militärischem Ursprung

Eine besondere Fähigkeit besteht darin, dass sich die Pferde auf Kommando hinlegen können. So konnten sich Reiter früher in der offenen Steppe vor Feinden verstecken.

Außerdem werden die Pferde daran gewöhnt, auf laute Knallgeräusche nicht zu reagieren. Dafür lassen die Reiter die langen ungarischen Peitschen über den Pferden knallen – ursprünglich als Vorbereitung auf Schüsse im Kampf.

Auch die berühmte Puszta-Fünf, bei der ein Reiter stehend auf zwei Pferden drei weitere Pferde lenkt, stammt aus dieser Zeit. Sie wurde genutzt, um die Pferde gefallener Soldaten vom Schlachtfeld zurückzubringen.

Heute dient das Reiten im Galopp, ohne ein Bier zu verschütten, eher der Unterhaltung. Die Freude und das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter sind dabei deutlich zu spüren.

Eine lebendige Tradition

Die Ungarn sind sehr stolz auf ihre Csikós. Deshalb laden viele Dörfer sie zu ihren Dorffesten ein.

Natürlich kann man auch die touristischeren Vorführungen in der Puszta besuchen. Mit etwas Glück begegnet man den Reitern aber bei Veranstaltungen in ganz Ungarn.

Wir hatten dieses Glück beim jährlichen Dorffest in unserem Heimatort Berhida. Dort konnten wir kostenlos einige der besten Csikós erleben. Einer der Reiter hält sogar den Rekord und lenkt acht Pferde gleichzeitig statt der traditionellen fünf.

Die Pferdeshow war ohne Zweifel der Höhepunkt des Tages. Doch auch die Greifvogelschau, Stelzenläufer sowie ungarische Musik und Gesang machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis.

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