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Festivalsommer in Ungarn

Der Sommer gehört den Festivals

Auch in Ungarn ist der Sommer die Zeit der Festivals – und dabei ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Dieses Jahr bekommen wir zum Beispiel Besuch aus Malta, der extra wegen des Inota Festivals nach Várpalota kommt. Gäste aus Indien reisen wiederum für das berühmte Ozora Festival an. Und in Budapest findet mit dem Sziget Festival Ungarns Antwort auf Tomorrowland statt, das jedes Jahr rund 450.000 Besucher anzieht.

Wir selbst mögen allerdings lieber kleinere und etwas alternativere Festivals.

Letzten Sommer waren wir bereits beim Tal der Künste in Kapolcs. Das Festival verteilt sich über drei kleine Dörfer, und auf dem Weg von einer Bühne zur nächsten begegnet man unzähligen Künstlern, die dort leben und ihre Werke ausstellen. Die Atmosphäre erinnerte uns ein wenig an das belgische Dranouter-Festival – allerdings mit kleineren Bühnen und einem noch stärkeren Schwerpunkt auf Kunst.

Dieses Jahr entschieden wir uns für das Everness Festival in Siófok am Balaton.

Etwas Vergleichbares kenne ich weder aus Belgien noch aus den Niederlanden. Ehrlich gesagt bin ich mir auch nicht sicher, ob ein solches Festival dort funktionieren würde. Hier dagegen scheint es ganz selbstverständlich zu sein.

Wer glaubt, die Ungarn seien eher konservativ, wird hier große Augen machen. In einem Zelt finden Yogastunden statt, ein paar Meter weiter erklingen tibetische OM-Mantras, daneben gibt es Workshops zur inneren Energie oder Gesichtsmassagen. Auf einer kleinen Halbinsel befindet sich sogar ein kompletter Saunabereich.

Das Publikum wirkte völlig normal und bunt gemischt: jung und alt, Familien, Paare und Freundesgruppen. Vielleicht waren etwas mehr Frauen als Männer dort, insgesamt herrschte aber eine wunderbar entspannte Atmosphäre.

Natürlich fanden sämtliche Workshops auf Ungarisch statt. Für uns bedeutete das leider, dass wir fast alle Programmpunkte streichen mussten. Zum Glück braucht man keine Ungarischkenntnisse, um Musik, Tanz, Yoga oder Sauna zu genießen.

Am Abend besuchten wir das Konzert von Freddie, der Ungarn 2016 beim Eurovision Song Contest vertreten hat. Außerhalb Ungarns kennt ihn kaum jemand, was ich wirklich schade finde. Ich bin überzeugt, dass er beispielsweise beim Dranouter-Festival problemlos ein großes Zelt füllen könnte. Wie viele Ungarn, die wir kennengelernt haben, ist er bodenständig, sympathisch und bescheiden. Seine Musik kommt direkt aus dem Herzen.

Die Chancen stehen gut, dass wir dieses Festival im nächsten Jahr wieder besuchen werden!

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